Reifenwissen

Die wichtigsten Fakten rund um Reifen kompakt erklärt: wie alt ist mein Reifen wirklich, was bedeuten die Zahlen und Buchstaben auf der Seitenwand, und wann ist ein Wechsel gesetzlich oder praktisch sinnvoll?

DOT-Code: Wie alt ist der Reifen?

Der DOT-Code steht auf der Reifenflanke und verrät das Produktionsdatum. Die letzten vier Ziffern sind entscheidend: die ersten beiden geben die Kalenderwoche an, die letzten beiden das Jahr. Reifen, die vor 2000 produziert wurden, hatten nur drei Ziffern – diese Reifen sind heute ohnehin längst nicht mehr im Handel.

DOT XXXX 25 23

Beispiel: „25 23" bedeutet, der Reifen wurde in der 25. Kalenderwoche des Jahres 2023 hergestellt – auch wenn er als „neu" verkauft wird, lohnt sich ein Blick auf den DOT-Code, besonders bei Reifen, die länger gelagert wurden.

Lastindex: Wie viel Gewicht trägt der Reifen?

Der Lastindex (Load Index) ist eine zwei- oder dreistellige Zahl auf der Reifenflanke, die angibt, welches Gewicht ein einzelner Reifen bei maximalem Reifendruck tragen darf. Ein höherer Index bedeutet mehr zulässige Traglast – wichtig vor allem bei vollbeladenen Fahrzeugen, Vans oder Anhängerbetrieb.

LastindexTraglast pro Reifen
75387 kg
76400 kg
77412 kg
78425 kg
79437 kg
80450 kg
81462 kg
82475 kg
83487 kg
84500 kg
85515 kg
86530 kg
87545 kg
88560 kg
89580 kg
90600 kg
91615 kg
92630 kg
93650 kg
94670 kg
95690 kg
LastindexTraglast pro Reifen
96710 kg
97730 kg
98750 kg
99775 kg
100800 kg
101825 kg
102850 kg
103875 kg
104900 kg
105925 kg
106950 kg
107975 kg
1081000 kg
1091030 kg
1101060 kg
1111090 kg
1121120 kg
1131150 kg
1141180 kg
1151215 kg

Geschwindigkeitsindex: Für welches Tempo ist der Reifen freigegeben?

Der Geschwindigkeitsindex ist ein Buchstabe direkt nach dem Lastindex und gibt die maximal zulässige Dauergeschwindigkeit an. Ein Reifen mit niedrigerem Index als vom Fahrzeughersteller vorgeschrieben darf nicht montiert werden – ein höherer Index ist dagegen immer unkritisch.

QRSTUHVWY
160 km/h170 km/h180 km/h190 km/h200 km/h210 km/h240 km/h270 km/h300 km/h

Mindestprofiltiefe: Gesetzlich vs. empfohlen

Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland und der gesamten EU eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Der ADAC und andere Experten empfehlen jedoch einen Wechsel bereits deutlich früher – üblich sind Richtwerte von etwa 3 mm für Winterreifen und 3–4 mm für Sommerreifen, da die Fahrleistung (besonders auf Nässe und Schnee) mit abnehmendem Profil spürbar nachlässt, lange bevor die gesetzliche Grenze erreicht ist.

☀️❄️Wann auf Winter- oder Sommerreifen wechseln?

Eine bewährte Faustregel ist die 7-Grad-Regel: Winterreifen haben unter 7 °C durch ihre weichere Gummimischung mehr Grip, Sommerreifen darüber. Da in Deutschland keine feste Kalenderpflicht besteht, sondern eine situative Ausrüstungspflicht bei winterlichen Verhältnissen (Eis, Schnee, Reifglätte), orientieren sich viele an der Eselsbrücke „Von O bis O" (von Oktober bis Ostern Winterreifen).

Häufige Fragen

Wie finde ich das Produktionsdatum meines Reifens?

Suchen Sie auf der Reifenflanke nach der Kennzeichnung „DOT" gefolgt von einer Zeichenfolge. Die letzten vier Ziffern sind Woche und Jahr der Herstellung, z. B. steht „2523" für die 25. Woche 2023.

Kann ich einen Reifen mit höherem Lastindex montieren als vorgeschrieben?

Ja, ein höherer Lastindex als vom Fahrzeughersteller vorgegeben ist unproblematisch. Ein niedrigerer Index darf dagegen nicht verwendet werden, da die Tragfähigkeit dann nicht mehr ausreicht.

Ab welcher Profiltiefe muss ich meine Reifen wechseln?

Gesetzlich sind 1,6 mm die absolute Untergrenze. Aus Sicherheitsgründen empfehlen Experten jedoch einen Wechsel bereits bei rund 3 mm (Winterreifen) bzw. 3–4 mm (Sommerreifen).

Gibt es in Deutschland eine feste Pflicht für Winterreifen ab einem bestimmten Datum?

Nein, es gibt keine kalendarische Winterreifenpflicht. Vorgeschrieben ist eine situative Ausrüstungspflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis oder Reifglätte, unabhängig vom Datum.

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